ReACT - Reinforcing Assistance to Child Victims of Trafficking

Das zweijährige ReAct-Projekt, welches durch das Programm "Rechte, Gleichstellung und Unionsbürgerschaft" der Europäischen Union kofinanziert wird, dient der Verbesserung der Unterstützung von Kindern als Opfer von Menschenhandel in fünf EU-Ländern (Belgien, Niederlande, Großbritannien, Frankreich, Deutschland). Die beteiligten Organisationen: AADH (Alliance of lawyers for Human rights), Acting for Life und ECPAT-Organisationen aus Belgien, Niederlande, Großbritannien, Frankreich und Deutschland

Ziele des Projektes sind:

  • Sicherung der Unterstützung und des besonderen Schutzes von Kindern, die Opfer von Menschenhandel wurden, im Verlauf von Gerichtsverfahren
  • Verbesserung der Leistungsfähigkeit von VertreterInnen von Kindern (AnwältInnen und Vormünder) um somit sicher zu stellen, dass Kinder als Opfer anerkannt werden und dass ihre Rechte während Gerichtsprozessen besondere Beachtung finden

 

 

ReACT - Aufklärungsvideo für Fachkräfte rund um unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

[https://www.youtube.com/watch?v=77i7XJYX660&t=9s]

Lanzarote-Ausschuss lobt Informationsmaterialien des ReACT-Projektes von ECPAT Deutschland

Brüssel, 20.03.2017 - Ein Bericht des Ausschusses zum Übereinkommen des Europarates zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch (kurz: Lanzarote-Konvention) warnt vor erhöhter Verletzlichkeit für sexuelle Gewalt und Ausbeutung von Kindern im Kontext von Flucht und Asyl. Demnach sind im Jahr 2016 bis zu 60% der unbegleiteten Minderjährigen, die in unterschiedlichen europäischen Ländern aufgenommen wurden, aus den Einrichtungen verschwunden. In Deutschland wurden zwischen Januar und Juni 2016 134.615 minderjährige Asylbewerber_innen registriert. Knapp 9.000 unbegleitete Minderjährige sind bis Juli 2016 verschwunden, so das Bundeskriminalamt. 867 von ihnen waren jünger als 13 Jahre alt. Um dies zu verhindern, müssten sowohl Fachleute für mögliche Anzeichen von Menschenhandel sensibilisiert werden, als auch die Kinder selbst über ihre Rechte und Möglichkeiten aufgeklärt werden. Der Lanzarote-Ausschuss hebt die kinderfreundlichen Materialien (Video und Informationsbroschüre "Ich brauche Hilfe") hervor, die ECPAT Deutschland im Rahmen des ReACT-Projektes zusammen mit europäischen ECPAT-Gruppen (Informationsbroschüre in 13 Sprachen) erarbeitet hat.

 

 

Informationsmaterialien und Aktivitäten

Im Dezember 2016 entstand ein kinderfreundliches Video in 13 Sprachen (Englisch, Französisch, Deutsch, Niederländisch, Arabisch, Vietnamesisch, Chinesisch, Pidgin Englisch (für Nigeria), Albanisch, Romänisch, Bulgarisch, Pashto, Farsi) zur Sensibilisierung von minderjährigen Betroffenen von Menschenhandel und zur Aufklärung über ihre Rechte.

Die Informationsbroschüre "Ich brauche Hilfe!" wurde in 13 Sprachen veröffentlicht und enthält wichtige allgemeine Informationen (wie z.B. zum Zugang zu Bildung, Medizin, Unterkunft) sowie Kontakte von Beratungsstellen und Hilfehotlines für Kinder und Jugendliche zu den Bereichen Vormundschaft, Asylverfahren, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, Menschenhandel, psychosoziale Unterstützung in Gerichtsverfahren, Altersfeststellung u. a.

Vom 18. - 20. Januar 2017 fand in Leiden (Niederlande) ein internationaler Train-the-Trainer Workshop statt (zum Programm). Hierfür wurden multidisziplinäre Trainingsmodule entwickelt, welche Mindeststandards für die Arbeit von AnwältInnen und Vormündern festlegen. Neben zentralen Inhalten wie die Rolle von AnwältInnen und Vormündern in der Unterstützung von minderjährigen Opfern von Menschenhandel wurden die Ergebnisse der ReAct-Studie "Better support, better protection" vorgestellt.

Im November 2016 wurde die ReAct-Studie zur Situation von minderjährigen Opfern von Menschenhandel in Deutschland und die Rolle von Vormündern von betroffenen minderjährigen Flüchtlingen veröffentlicht. Sie zeigt deutlich, dass viele Kinder, die möglicherweise Opfer von Menschenhandel wurden, nicht  identifiziert werden. Hier geht es zur Studie.

 

 

Weitere Informationen/ Materialien/ Projekte zum Thema Vormundschaft und Handel mit Kindern:

  • FRA (Agentur der Europäischen Union für Grundrechte): Vormundschaft für Kinder, die nicht unter elterlicher Sorge stehen. Handbuch zur Stärkung der Vormundschaftsregelungen im Hinblick auf die besonderen Bedürfnisse von Kindern, die Opfer von Menschenhandel sind. Das Handbuch gibt es auf Deutsch und Englisch.
  • FRA: Kinderhandel. Prävention Identifizierung und Betreuung minderjähriger Opfer Handbuch.
  • SafeGuard. Safer with a guardian. Transnational Report Europe.
  • Project TRACKS: Identification of Trafficked Asylum seeKers' Special needs
  • Europol: Situation Report. Trafficking in human beings in the EU.
  • Allgemeine Informationen zum Thema Anti-trafficking: Together against trafficking in human beings

Internationales Train-the-Trainer Seminar mit Teilnehmenden aus Rumänien und Bulgarien

Freiburg, 5./6. November 2016 - Im Rahmen des im Sommer gestarteten EU-Projekts "Strengthening lawyers' legal knowledge and cooperation with prosecutors and judges, to protect victims of human trafficking rights in the judicial proceedings"  hat ECPAT das erste Train-the-Trainer Seminar in Freiburg organisiert. Hierbei wurden Anwält_innen und Staatsanwält_innen aus Deutschland, Rumänien und Bulgarien zum Thema Menschen- und Kinderhandel in Bezug auf Opferschutz in Gerichtsverfahren geschult. Die zukünftigen Trainer_innen wurden zu einem sicheren Umgang in didaktischen und methodischen Elementen für ihre Trainings zum Thema Opferschutz in Gerichtsverfahren im Bereich Menschen- und insbesondere Kinderhandel sensibilisiert.

Transnationales Seminar zum Schutz von Flüchtlingskindern

Riga, 15./16. Februar 2016 - Als Vertreterin von ECPAT Deutschland nimmt Jana Schrempp, zusammen mit Teilnehmenden aus acht anderen Ländern, an einem Seminar zum verbesserten Schutz für Kinder vor sexueller Ausbeutung und Kinderhandel im Sozialministerium in Riga teil. Im Laufe der zweitägigen Veranstaltung werden verschiedene Aspekte des Kinderschutzes in  Migrationsprozessen bearbeitet und best practice Beispiele vorgestellt. Jana Schrempp wird dabei über die multiprofessionellen ECPAT Netzwerk-Workshops im Bereich Kinderhandel berichten. Ziel ist es, gemeinsame Ansätze zu entwickeln und ein transnationales Kooperationsnetzwerk aufzubauen.            

Die Pressemitteilung zu der Veranstaltung finden Sie hier.

Drittes Expert Meeting des Projektes "PROTECT children on the move" des Ostseerats

Vilnius, 9./10. September 2014 - Das zweitägige Expert Meeting des Projektes "PROTECT children on the move", durchgeführt von der "expert group for cooperation on children at risk" des Ostseerates, bringt vom 09. bis 10. September 2014 erneut ExpertInnen aus unterschiedlichen Ländern und Organisationen/ Institutionen zusammen. In dem dritten von fünf Treffen liegt der Fokus auf der Rückführung Minderjähriger, die sexueller Ausbeutung und Kinderhandel ausgesetzt oder davon bedroht sind. Eröffnet wird dieser interdisziplinäre Austausch von Maud de Boer-Buquicchio, der UN Sonderberichterstatterin zu Kinderhandel, Kinderprostitution und Kinderpornographie mit einem Vortrag über "Nationalen und transnationalen Schutz der Kinder vor Ausbeutung". Ziel der Tagungen ist es, die Rechte des Kindes zu unterstützen und den Menschenhandel mit Kindern zu bekämpfen. Die Presseerklärung vom 09. September finden Sie hier.

Diskussionsbeitrag von ECPAT Deutschland in den aktuellen IzKK-Nachrichten (Juni 2014):

Der Handel mit Kindern ist ein Phänomen, das oftmals selbst von Fachleuten nicht wahrgenommen wird. Auch Unwissenheit über die nötigen Handlungsschritte kann dazu führen, dass die betroffenen Minderjährigen nicht den Schutz und die Unterstützung bekommen, die sie brauchen.  ECPAT Deutschland e.V. setzt sich in seinem Diskussionsbeitrag "Menschenhandel und Handel mit Kindern: Neue Perspektiven der Zusammenarbeit im Kinderschutz bei minderjährigen Betroffenen" mit dem Status Quo in Deutschland auseinander und zeigt Möglichkeiten auf, wie Kooperation über verschiedene Gruppen und institutionelle Zusammenhänge hinweg gelingen kann.

Der Beitrag ist in den aktuellen IzKK-Nachrichten 2013/2014 (Informationszentrum Kindesmisshandlung / Kindesvernachlässigung) mit dem Titel "Konstruktiv kooperieren im Kinderschutz" erschienen. Die IzKK-Nachrichten können Sie kostenlos über www.dji.de/izkk bestellen oder direkt hier anschauen.

Neue EU-Strategie zur Bekämpfung von Menschenhandel

ECPAT International zeigt sich erfreut über die neue EU-Strategie zur Bekämpfung von Menschenhandel, die am 19. Juni 2012 verabschiedet wurde. Diese wird als unterstützendes Instrument zur Umsetzung und Implementierung der EU Richtlinie 2011/36/EU zur Verhütung und Bekämpfung des Menschenhandels und zum Schutz seiner Opfer eingesetzt. Die Strategie wird als guten Ansatz gesehn, da einige Punkte speziell zum Kinderschutz aufgenommen wurden. Jedoch fehlen immer noch wichtige Aspekte, besonders die Berücksichtigung von Kinder- und Jugendpartizipation in der Implementierungsphase der EU-Richtlinie.

Stellungnahme von ECPAT International

Weltweit immer mehr Kinder und Jugendliche Opfer von Menschenhandel

UNICEF Deutschland und die Kinderschutzorganisation ECPAT rufen gemeinsam zu besserem Schutz und Hilfe für die Opfer von Kinder- und Menschenhandel auf. Nach neuesten Informationen der Vereinten Nationen aus 132 Staaten sind weltweit heute rund 27 Prozent der entdeckten Opfer von Menschenhandel Kinder und Jugendliche - zwei Drittel davon Mädchen. Sie sind brutaler Ausbeutung, systematischem Missbrauch und Gewalt ausgeliefert. In den Jahren 2003 bis 2006 lag der Anteil der Minderjährigen noch bei rund 20 Prozent. Zwar haben viele Regierungen polizeiliche und rechtliche Maßnahmen ergriffen, um gegen diese schweren Verbrechen vorzugehen. Doch immer noch werden viele Opfer von Kinder- und Menschenhandel nicht als solche erkannt oder sind unzureichend geschützt - was die Strafverfolgung der Täter zusätzlich erschwert.

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