Welche Formen der online sexuellen Gewalt gibt es?

Kinderpornografie

Kinderpornographie bedeutet die Darstellung sexueller Handlungen von, an oder vor Kindern. Folglich umfasst sie die Durchführung sexueller Handlungen von Kindern an Kindern (einschließlich sich selbst) oder anderen Personen, von Erwachsenen an Kindern und das Ausüben sexueller Handlungen vor Kindern. Eine Ausprägung der Kinderpornographie stellen Posing-Bilder dar, also Bilder, die Kinder in unnatürlich geschlechtsbetonter Haltung oder ausschließlich kindliche Geschlechtsorgane zeigen.

Cyber-Grooming

Cyber-Grooming ist eine besondere Art der sexuellen Belästigung.  Man versteht darunter das sexuell motivierte Anschreiben von Kindern und Jugendlichen durch erwachsene, fremde Personen im Internet. Die Täter, zu 99% männlich, bauen durch die vermeintliche Anonymität im Internet meist unter falscher Identität zunächst eine Vertrauensbasis zum Kind auf,  um es später mit sexuellem Hintergedanken auszunutzen. Nicht selten kommt es zu einem realen Treffen zwischen Täter und Kind, bei dem dann die Kinder zu sexuellen Handlungen genötigt werden.

Sexting

Sexting ist ursprünglich das Texten, also Schreiben, über sexuelle Themen gewesen, hat sich aber schnell vom Texten zum Senden von Bildern entwickelt. Beim Sexting machen Jugendliche, entweder freiwillig oder durch Mobbing oder Manipulation gezwungen, erotische Fotos des eigenen Körpers und versenden diese über Handys oder Webcams. Damit ist viel Unwissenheit darüber, was mit den Bildern und Videos passieren kann, verbunden. Viele von diesen Aufnahmen werden unkontrolliert im Netz verbreitet und finden oftmals den Weg zu Pädosexuellen oder zu Kriminellen, die Profit aus dem sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen schlagen möchten.

Webcam online Ausbeutung

Webcam online Ausbeutung ist die Umschreibung für den virtuellen oder reellen sexuellen Missbrauch Minderjähriger vor der Webcam, während die Täter vorab per Kreditkarte für das Zusehen und die online Interaktion mit dem Kind bezahlen.  Bisher ist bekannt, dass sich die vorwiegend Täter in Industriestaaten aufhalten, die betroffenen Kinder hingegen leben vor allem in Entwicklungsländern.

Cyber-Mobbing/Cyber-Bullying

Cyber-Mobbing, auch Cyber-Bullying genannt, ist eine Art von online Gewalt und hat nicht immer eine sexuelle Komponente, kann aber Ursache oder auch Ergebnis  von sexueller Gewalt in online Situationen sein. Cyber-Mobbing ist dabei universeller und dauerhafter als das "klassische" Mobbing, bei dem sich die TäterInnen aggressiv verhalten, um anderen Personen absichtlich einen psychischen oder körperlichen Schaden zuzufügen. Der oder die Betroffene wird dabei über einen längeren Zeitraum beleidigt oder schikaniert. Beim Cyber-Mobbing hingegen gehen die TäterInnen nicht direkt auf ihre Opfer zu, sondern nutzen (anonym) das Internet um ihre Opfer zu ärgern, zu beleidigen und zu schikanieren. Durch die Verbreitung der Beleidigungen im Internet, sind diese einem großen Publikum zugänglich und werden schnell unkontrollierbar.