Kinderpornografie und Internet

Kinderpornografie - ein globales Geschäft mit geringem Risiko

Pornografie mit Kindern ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Sie hat sich zu einem profitablen Geschäft mit weltweit mehreren Milliarden Euro Umsatz pro Jahr entwickelt. Für Hersteller, Händler und Benutzer besteht dank neuer Technologien ein geringes Risiko. Wo früher aufwändige Filmausrüstung, Entwicklung der Filme in Fotolabors, Versand über den Postweg und Zollgrenzen hinweg erforderlich waren, werden heute Digitalkameras und die elektronische Post benutzt. Besonders die Verbreitung über das Internet stellt die Polizei vor eine fast nicht lösbare Aufgabe.

Nach Auffassung der Polizei sind die Täter gut organisiert und schotten sich gekonnt ab. So sei nur schwer an die Hintermänner heranzukommen. Das schmutzige Geschäft wird meist im Untergrund abgewickelt, wobei die Machwerke umso teurer sind, je jünger die kindlichen Opfer, je sadistischer die Handlungen an diesen Opfern sind. Am meisten bezahlt wird für Filme mit ausgeprägt sadistischen Folterhandlungen an Kindern.

Das Internet ist ein Treffpunkt für Täter geworden, die Bilder tauschen und kaufen bzw. verkaufen, Kinder zum sexuellen Missbrauch anbieten gegen Bezahlung, Kontakte und Adressen vermitteln, Hinweise und Warnungen vor strafrechtlicher Verfolgung übermitteln. Immer öfter werden über kommerzielle Websites Geschäfte abgewickelt, die passwortgeschützt sind oder einen Zugang über eine Kreditkarte haben. Die meisten dieser Websites werden in den USA, Russland und Israel bereitgestellt (gehostet).

Außerdem verabreden sich die Täter in sogenannten Chatforen. Sie loggen sich in der Regel mit einem Pseudonym in den geschlossenen Kreis des Chatraums ein und können dann weltweit zur gleichen Zeit mit ihresgleichen zu Hause vor dem Computer sitzend kommunizieren. Mit einer Digitalkamera können Bilder einer sexuellen Gewalttat an Kindern direkt ins Netz eingespeist werden. So können alle, die im Chatraum sind, sogar live an einem sexuellen Missbrauch teilnehmen.

Zwar wurde die Höchststrafe für den Handel mit Kinderpornografie in Deutschland auf zehn Jahre angehoben, aber bis heute werden die meisten Angeklagten nur für den Besitz solcher Bilder verurteilt und kommen mit einer Bewährungsstrafe davon.

Hinzu kommt, dass die Polizei innerhalb der nationalen Grenzen ermitteln muss, das Internet die Kinderpornografie aber längst zu einem globalen Geschäft gemacht hat. Die Strafverfolgung wird zusätzlich dadurch erschwert, dass die einzelnen Länder unterschiedliche Gesetze gegen Kinderpornografie haben und Täter sich so leicht der Strafverfolgung entziehen können.

Durch das Internet findet die sexuelle Ausbeutung eines Kindes kein Ende mehr. Einmal ins Internet gebracht, sind die Bilder nicht mehr zu kontrollieren, und das Opfer bleibt auf Dauer mit dem Missbrauch konfrontiert, wenn es denn je davon erfährt.

Doch nicht nur Kinder, die für kinderpornografische Darstellungen missbraucht werden, leiden oft ihr Leben lang. Auch Kinder, die mit diesem Material in Kontakt kommen, sind in ihrer Entwicklung bedroht. Nach einer Studie der Europäischen Kommission sind ein Viertel aller Kinder zwischen acht und siebzehn Jahren, die das Internet nutzen, dort schon auf pornografisches Material gestoßen.

Pädokriminelle Täter tauschen sich nicht nur mit Gleichgesinnten über das Internet aus, sie suchen auch Kontakte zu Kindern und Jugendlichen. Mädchen und insbesondere Jungen nutzen weltweit die Chaträume (chatrooms) für den Austausch mit Fremden. Sie halten diese Räume für sicher, weil die Kommunikation öffentlich stattfindet und weil sie davon ausgehen, dass sie anonym ist. Über 86 Prozent der Kinder, die Chaträume besuchen, wurden schon von anderen sich im Chat befindenden Personen um ein tatsächliches Treffen gebeten.

Davon betroffen sind auch die Menschen im Süden. Eine im Sommer 2002 in Thailand durchgeführte Studie ergab, dass 71 Prozent der 12- bis 25 jährigen, die das Internet nutzen, pornografische Websites besuchten.

»Schockierende Erlebnisse« durch Angebote zum Geschlechtsverkehr oder Tauschangebote von pornografischem und gewaltverherrlichendem Material nannten 20 Prozent der befragten 7- bis 11jährigen und 55 Prozent der 12- bis 25jährigen.

Pädokriminelle nutzen ihrerseits diese Chaträume, um mit möglichen Opfern ins Gespräch zu kommen, indem sie vorgeben, selbst Kinder zu sein. Sie schaffen Vertrauen und versuchen schließlich, die Kinder zu einem tatsächlichen Treffen zu bewegen, bei dem es nicht selten zu sexuellen Übergriffen kommt.

Obwohl inzwischen die meisten Schulen ans Netz gegangen sind und die Mädchen und Jungen das Internet nutzen, hinken die Aufklärung und der Schutz der Kinder hinterher. Eltern sagen ihren Kindern zwar, dass sie in kein Auto eines Fremden steigen sollen. Heutzutage müssten sie hinzufügen, dass sie nicht mit einem Fremden in einen privaten Chatraum gehen sollen.

Prävention vor Kinderpornographie im Internet

Die Verbreitung von Kinderpornografie im Internet wird durch die leichte Zugänglichkeit zu einem immer größeren Problem. Seit Jahren ist ein anstieg der illegalen Verbreitung von kinderpornografischen Darstellungen im World Wide Web zu beobachten.

Gemeinsam mit Vertretern aus Politik und Justiz setzt ECPAT Deutschland e.V. sich dafür ein, dass auf nationaler und internationaler Ebene gesetzliche Regelungen geschaffen werden, die die strafrechtliche Verfolgung von Herstellung, Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie im Internet sicherstellen.

Eine enge Zusammenarbeit mit Online-Firmen wird angestrebt, um schon im Vorfeld die virtuelle Präsentation von Kinderpornografie zu verhindern. Erste Ansätze zum umfassenden Schutz der Kinder im Internet zeigen sich bereits in einer verstärkten Kooperation von Internet-Providern, Kinderschutzorganisationen und Strafverfolgungsbehörden, die von allen Beteiligten einen verantwortungsbewußten Umgang mit den neuen Medien fordern und Lösungsansätze aufzeigen.

Weitere Informationen zu diesem Arbeitsbereich finden Sie unter www.bka.de (Fragen und Antworten / Kinderpornografie)Neue Kampagne: "Make IT safe"

Im April 2005 hat ECPAT International die Kampagne "Make IT safe"  ins Leben gerufen."Make IT safe"  hat das Ziel, die IT-Branche für die Sicherheit ihrer Produkte und Dienstleistungen in Bezug auf Kinder und Jugendliche in die Verantwortung zu nehmen. Dabei haben auch Eltern, Lehrer, die Regierung und Kinder einen Beitrag zu leisten. Aber nur die IT-Branche kann die technischen und finanziellen Mittel zur Verfügung stellen, um den Schutz von Kindern und Jugendlichen sicherzustellen.

Die IT-Branche und Regierungen auf der ganzen Welt müssen jetzt etwas tun, damit Kinder und junge Menschen die Vorzüge der neuen Informationstechnologien nutzen können, ohne dass sie dabei zu Schaden kommen.

Regierungen müssen politische Maßnahmen ergreifen um sicherzustellen, dass die IT-Branche ihre Produkte und Dienstleistungen für Kinder und Jugendliche sicher macht. Strafverfolgungsbehörden und die Justiz müssen auf internationaler Basis kooperieren, um die sexuelle Ausbeutung und den Missbrauch von Kindern durch die neuen Informationstechnologien aufzuhalten. Außerdem muss für eine adäquate Betreuung und Schutzmaßnahmen für Kinder gesorgt werden, die bereits Opfer sexueller Ausbeutung wurden.

ECPAT Schweden ist es bereits gelungen, alle großen Telekommunikations-Provider des Landes dazu zu bringen, Seiten mit kinderpronografischen Inhalten zu blockieren.

Mehr über die Kampagne make-IT-safe finden Sie bei www.make-it-safe.net  

Was können Sie tun, um  Kinder und Jugendliche zu schützen?

 

Computer offen zugänglich machen

 

  • Stellen Sie den Computer in einen allen zugänglichen (öffentlichen) Raum! 
  • Lernen Sie das Internet ABC bei www.internet-abc.de
  • Lassen Sie Kinder online keine persönlichen Informationen ohne Ihre Einwilligung preisgeben
  • Prüfen Sie die Website und die Adressen derer, die persönliche Informationen verlangen

 

Chatten kann gefährlich sein

 

  • Machen Sie sich bekannt mit den Online-Freunden Ihres Kindes
  • Erlauben Sie Ihrem Kind nicht, irgendjemanden, den es online kennen gelernt hat, alleine zu treffen

 

Halten Sie Kontakt! 

 

  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Personen, mit denen es online Kontakt hat
  •  Muntern Sie Ihr Kind auf, alles zu zeigen, was es im Internet beunruhigt
  • Lernen Sie das Internet verstehen
  • Fragen Sie Ihren Internetprovider nach spezieller Software, um Ihr Kind zu schützen
  • Installieren Sie spezielle Software wie Filterprogramme.