Aktuell

Abschlussbericht der UN-Sonderberichterstatterin Najat Maalla M´jid

Am 28. März 2014 stellte die UN-Sonderberichterstatterin Najat Maalla M´jid in Genf ihren Abschlussbericht über Kinderhandel, -prostitution und -pornografie vor.

Sexuelle Ausbeutung von Kindern sei eine sehr lukrative Industrie, in der mutmaßlich Milliarden von Dollar an Profiten gemacht würden, heißt es im Abschlussbericht.

Der sexuelle Missbrauch von Kindern wird nach Befürchtungen von UN-Experten ohne entschlossene Gegenmaßnahmen weltweit zunehmen. Bereits jetzt werde Millionen von Mädchen und Jungen «die Kindheit gestohlen», mahnt die zuständige UN-Sonderberichterstatterin Najat Maalla M´jid in ihrem Abschlussbericht.

Hier finden Sie den englischen Abschlussbericht.

ECPAT Deutschland e.V. auf der ITB 2014

Die Internationale Tourismusbörse (ITB) in Berlin fand vom 5. - 9. März 2014 statt. ECPAT Deutschland e.V. war in der Halle 4.1 am Stand 219 vertreten.

In diesem Jahr hat ECPAT Deutschland e.V. sich mit verschiedenen Veranstaltungen beteiligt:

Die Europäische Meldeplattform wurde während eines Pressegespräches gelauncht. Die Plattform bietet Reisenden die Möglichkeit Hinweise von sexuellem Missbrauch an die zuständigen nationalen Stellen weiterzugeben und ist Teil des Don´t look away! Projektes: http://reportchildsextourism.eu/

Im Rahmen eines Podiumgesprächs wurden verschiedene Maßnahmen im Bereich Kinderschutz im Tourismus diskutiert:

  • Matthias Leisinger,  Head of Corporate Responsibility, Kuoni Group; Chairman of The Code
  • Kirsten Cibis - Quality Manager, FCm Travel Solutions
  • Katarzyna Nowak - Corporate Communication & CSR Manager, Accor Poland
  • Netsai Sibanda, Fair Trade Tourism
  • Jana Schrempp, ECPAT Germany
  • Andreas Müseler, Coporate Social Responsibility DER Touristik

Anschließend unterzeichnete Social Tours als erstes nepalesisches Unternehmen den Kinderschutzkodex (http://www.socialtours.com/).

Gemeinsam mit Tourism Watch veranstaltete ECPAT außerdem ein Podiumsgespräch zum Thema "Voluntourism - Reisen und Helfen". Besonders wurde hierbei auf die Problematik von Kurzzeiteinsätzen im Ausland in sozialen Projekten mit Kindern eingegangen.

Weitere Infos auch unter: www.tourism-watch.de/content/voluntourismus-trend-mit-vielen-gefahren

 

ECPAT Deutschland und terre des hommes geben Pressemitteilung zum Safer Internet Day 2014

Nur mit den Jugendlichen zusammen kann Anmache und sexuelle Gewalt im Internet erfolgreich bekämpft werden.

Anlässlich des "Safer Internet Day" am 11.2.2014 haben Jugendliche auf einer internationalen Tagung  am vergangenen Wochenende  in Berlin sich über ihre Erfahrungen mit Cybermobbing und sexuelle Handlungen im Internet (Grooming) ausgetauscht.

link zur Pressemitteilung

ECPAT Deutschland begrüßt UN-Empfehlungen zur Umsetzung von mehr Schutz der Kinder vor Kinderhandel und Kinderprostitution an die Bundesregierung

Bericht des UN-Kinderrechtsausschusses zum Zusatzprotokoll Kinderprostitution, Kinderhandel und Kinderpornographie in Deutschland

Freiburg, 5.2.2014   Das UN-Kinderrechtskomitee empfiehlt in seiner Stellungnahme zur Situation des Kinderhandels, der Kinderpornographie und Kinderprostitution größere Anstrengungen beim Schutz von Opfern und mehr Präventionsmaßnahmen. Es kritisiert, dass bis heute das Zusatzprotokoll auf Ebene der Bundesländer kaum zur Kenntnis genommen wird und sieht die Bundesregierung in der Pflicht. Viele der im Zusatzprotokoll festgeschriebenen Rechte der Kinder und Schutzmaßnahmen fänden bisher keine Anwendung. Fachkräfte sind nicht ausreichend geschult, um Opfer von Kinderhandel oder Kinderprostitution zu erkennen. Präventionsmaßnahmen und Beratungseinrichtungen richten sich nicht an die sehr gefährdeten Kinder wie minderjährige Flüchtlinge. Auch bemängelt die UN, dass es keine unabhängige Monitoringstelle gibt, die die Umsetzung der Vorgaben zum Schutz vor Kinderhandel, Kinderprostitution und Kinderpornographie prüft und Beschwerden entgegennimmt.

Die Concluding Observations finden sie hier:

Und die Pressemitteilung hier.

Train-the-Trainer Workshop am 13.-15.12.2013

Am vergangenen Wochenende war ECPAT Deutschland e.V. wieder einmal Veranstalter des Train-the-Trainer Workshops, zu dem jedes Jahr TrainerInnen aus dem nationalen ECPAT-Netzwerk sowie Österreich und der Schweiz eingeladen werden. Ein besonders wichtiger Arbeitsbereich von ECPAT ist die Sensibilisierungs- und Aufklärungsarbeit, weshalb jährlich etwa 40 Schulungen in Ausbildungsstätten und Unternehmen von ECPAT durchgeführt werden. Zur Sicherung der Qualität dieser Schulungen und um den Austausch zwischen den  TrainerInnen zu ermöglichen führt ECPAT regelmäßig einen Train-the-Trainer Workshop durch. Der diesjährige TeilnehmerInnenkreis von 30 Personen setzte sich aus VertreterInnen der Polizei und der Reisebranche, ExpertInnen im Bereich Menschenhandel mit Minderjährigen, sowie erfahrenen und neuen TrainerInnen zusammen.

Neben dem Austausch der Teilnehmenden in zahlreichen inhaltlichen Workshops rund um die Thematik Kinderschutz gab es zwei weitere Schwerpunktsetzungen: Gemeinsam mit einer Lehrlogopädin wurde an dem Themenkomplex Atmung-Stimme-Sprechen gearbeitet. Desweiteren bereicherte eine Therapeutin der Fachstelle Wendepunkt gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen das Angebot.

ECPAT International erhält Hilton Humanitarian Prize 2013

ADDIS ABABA, Äthiopien, 1. August 2013 - ECPAT International, weltweites Netzwerk zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung, wurde mit dem weltweit größten humanitären Preis, dem Conrad N. Hilton Humanitarian Prize 2013, in Höhe von 1,5 Millionen Dollar ausgezeichnet.

Seit 18 Jahren wird der Preis von der Conrad N. Hilton Stiftung an eine wohltätige Nichtregierungsorganisation verliehen, die einen außerordentlichen Beitrag zur Verbesserung der Menschenrechtsituation leisten.

Die Hilton Stiftung gab den Preisträger im Rahmen der regionalen Afrika-Konferenz zur Umsetzung eines Afrika-Aktionsplans zur Bekämpfung von Kinderhandel, Kinderprostitution und Kinderpornografie bekannt. Angesichts der immensen Probleme bei der Armutsbekämpfung in Afrika, wird nicht selten vergessen, dass die sexuelle Ausbeutung von Kindern einher geht mit weitverbreiteter Armut, zerrütteten Familienverhältnisse, zunehmenden Verbreitung neuer IT-Technologien, Migration.

"Jedes Jahr werden über 1,2 Millionen Kinder von skrupellosen Menschenhändlern und Zuhältern ihrer Kindheit beraubt und dadurch ein rund 12 Milliarden Dollar schwerer Weltmarkt geschaffen", sagt Steven M. Hilton, Präsident und Geschäftsführer der Hilton Stiftung. "Die Arbeit ECPATs war entscheidend für die Mobilisierung der internationalen Gemeinschaft, um der kommerziellen Ausbeutung und dem unermesslichen Leid der Kinder ein Ende zu setzen."

Juror des Hilton Preis, Strive Masiyiwa, ein erfolgreicher afrikanischer Geschäftsmann und Menschenrechtler, dessen Organisation Waisen und gefährdete Kinder in Afrika unterstützt, berichtet "Wir waren in der Jury beeindruckt, wie ECPAT die zunehmende sexuelle Ausbeutung von Kindern thematisiert und den weltweiten Zusammenschluss von NGOs, UN-Agenturen, privaten Sektoren und Ermittlungsbehörden vorantreibt, um diesen unmenschlichen Machenschaften Einhalt zu gebieten."

"Es ist eine große Ehre für ECPAT, von der hochkarätigen Jury ausgewählt worden zu sein, diesen renommierten Preis zu erhalten. Seit 20 Jahren steht der Name ECPAT für den Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung. Der Hilton Humanitarian Prize ist eine Anerkennung für die Vorreiterrolle ECPATs, die Thematik der sexuellen Ausbeutung von Kindern in das Bewusstsein der Weltöffentlichkeit zu rücken. Die Auszeichnung ist außerdem ein zusätzlicher Antrieb für ECPAT, sich weiterhin aktiv für eine Welt einzusetzen, in der kein Kind Opfer von Prostitution, Pornografie oder Kinderhandel ist", sagt Dorothy Rozga, Executive Director bei ECPAT International.

Neue Publikation zu Kinderprostitution

Prostitution von Kindern in Guatemala - Mädchen zwischen Arbeit und kommerzieller sexueller Ausbeutung.

Wie ist das Selbstverständnis junger Mädchen, wenn ihre Lebenswelt Prostitution im guatemaltekischen Sexgewerbe bedeutet? Die Kontrastierung der Selbsteinschätzungen Jugendlicher mit den ideologisch dominierten Abwertungsreaktionen von Fachleuten gegenüber Prostituierten eröffnet eine Diskussion über den Begriff "Arbeit" in seiner sozialen Tragweite. Als Grundlage dienen Einzelfallstudien, die die subjektiven Lebenswelten junger Mädchen erörtern und schließlich drei Risikopfade in das Sexgewerbe aufzeigen. Für das Verstehen gesellschaftlicher Realität setzt die Studie Konzepte von Sexualität, Gewalt, Moral und Geld miteinander in Bezug.

Die Analyse der sozialpolitischen Situation Guatemalas auf Basis der Aussagen von Expertinnen vor Ort zeigt die kommerzielle sexuelle Ausbeutung als strukturelles gesellschaftliches Problem, das erst die notwendigen Voraussetzungen für individuelles Handeln der Täterinnen schafft.

Mehr Informationen finden sie hier.

Eu-Projekt "Don't look away!"

ECPAT Deutschland ist Teil des Projekts  Don't look away - be aware & report the sexual exploitation of children in travel and tourism!

Insgesamt 22 Länder werden im Rahmen des dreijährigen Projektes, das von EuropeAid gefördert wird, im Themenbereich Kinderschutz im Tourismus kooperieren. Ein wichtiger Schritt ist die "Kultur des Wegschauens" zu durchbrechen und Reisenden die Möglichkeit zu geben Verdachtsfälle zu melden. Das Projekt "Don't look away!" legt aus diesem Grund einen  Fokus auf die Einführung/Verbesserung von Meldesystemen.

In Deutschland können Meldungen über Verdachtsfälle von sexueller Ausbeutung von Kindern durch Deutsche im Ausland an folgende Email Adresse: stopp-missbrauch@bka.de an das BKA weitergegeben werden. Des Weiteren steht ein Kontaktformular auf der Homepage des BKAs zur Verfügung

EU Projekt "Make IT Safe"

Das zweijährige EU Projekt "Make IT Safe" wird gemeinsam mit vier anderen Ländern (Belgien, Großbritannien, Niederlande und Österreich) durchgeführt und hat zum Ziel, Jugendliche in einem sicheren Umgang mit dem Internet zu stärken.

Gemeinsam mit Kooperationspartnern informiert ECPAT Deutschland über "Cyber-Grooming", d.h. die gezielte sexualisierte Ansprache von Kindern und Jugendlichen im Internet oder über das Handy. Jugendliche werden in Präventionsprojekten nach dem Peer-to-Peer Ansatz geschult, damit sie sich und andere vor sexuellen Übergriffen im Internet schützen können.

Das Projekt wird von der Europäischen Kommission im Rahmen des Daphne III-Programms finanziert.

Mehr Informationen finden Sie hier.

 

 










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